Runde von Expertinnen und Experten fordert nationale Männergesundheitsstrategie für Deutschland

Männer sterben in Deutschland häufiger vorzeitig an vermeidbaren Ursachen und tragen bei vielen Erkrankungen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko. Dennoch fehlt bislang eine umfassende nationale Strategie, die die spezifischen gesundheitlichen Bedürfnisse von Männern systematisch berücksichtigt. Eine Gruppe deutscher und internationaler Expertinnen und Experten fordert deshalb, das politische Engagement für die Entwicklung einer nationalen Männergesundheitsstrategie zeitnah wieder aufzunehmen und ihr größere Priorität einzuräumen.

Getragen wird die Forderung unter anderem von der Stiftung Männergesundheit, Global Action on Men’s Health, Movember und dem Netzwerk Jungen- und Männergesundheit sowie weiteren Akteuren aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft, die sich zu einem gemeinsamen Workshop am 8. Juli in Berlin getroffen hatten. Auch international gewinnt das Thema an Bedeutung: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bereits 2018 eine Strategie zur Gesundheit und zum Wohlbefinden von Männern in der Europäischen Region verabschiedet; England hat Ende 2025 eine eigene zehnjährige Männergesundheitsstrategie veröffentlicht.

Die Erfahrungen anderer Länder zeigen, dass Männergesundheit zunehmend als eigenständiges Handlungsfeld der öffentlichen Gesundheit verstanden und zugleich in umfassende Strategien zur Verringerung gesundheitlicher Ungleichheiten eingebettet werden kann. Eine nationale Strategie könnte auch in Deutschland Prävention und Versorgung gezielter ausrichten, Forschung und Vernetzung stärken sowie vermeidbare Erkrankungen und Todesfälle reduzieren – und damit nicht nur die Gesundheit von Männern, sondern die Gesundheit der gesamten Gesellschaft verbessern.

Wir laden alle, denen die Männergesundheit und eine geschlechtersensible Gesundheitspolitik wichtig sind, dazu ein, diese Forderung zu unterstützen. Bitte verbreiten Sie die gemeinsame Erklärung in Ihren eigenen Netzwerken, Organisationen und fachlichen Zusammenhängen, greifen Sie die Diskussion auf und tragen Sie dazu bei, dass die Entwicklung einer nationalen Männergesundheitsstrategie wieder stärker auf die politische Agenda rückt.

Zeit mit Papa – auch nach der Trennung

Ab Oktober öffnet wieder das kostenlose „Stuttgarter Spielzimmer auf Zeit“. Für getrennt lebende Väter und Mütter, die keine eigene Wohnung in Stuttgart haben, bietet das Angebot während der Herbst- und Wintermonate einen geschützten, kindgerechten Raum für ungestörte Eltern-Kind-Zeit.

Gerade für Väter kann es nach einer Trennung schwierig sein, einen geeigneten Ort für gemeinsame Zeit mit den Kindern zu finden. Das Spielzimmer schafft dafür Raum – denn auch nach einer Trennung brauchen Kinder Zeit mit ihrem Vater, und Väter brauchen Möglichkeiten, ihre Beziehung zu ihren Kindern aktiv zu leben.

Das Spielzimmer befindet sich im Stadtteilhaus Mitte und ist besonders auf die Bedürfnisse von Kleinkindern und Vorschulkindern ausgerichtet. Die Nutzung ist von Oktober bis März möglich, samstags von 9 bis 17 Uhr und nach Absprache auch unter der Woche. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Ein Angebot der Abteilung für Chancengleichheit der Landeshauptstadt Stuttgart, das Eltern nach einer Trennung dabei unterstützt, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen.

Mehr Informationen:
https://www.stuttgart.de/buergerinnen-und-buerger/chancengleichheit/spielzimmer-auf-zeit