Mit Hemmungen und Über_Gewicht unterstützt männer.bw zwei Filmprojekte von Nachwuchs-Filmemachern, die sich differenziert mit oft tabuisierten Aspekten von Männlichkeit auseinandersetzen – und zugleich Wege der Reflexion, Verantwortung und Veränderung aufzeigen.
HEMMUNGEN. Ein Dokumentarfilm über Pädophilie von Lavi Siemens
Der dokumentarische Kurzfilm Hemmungen (Filmakademie Baden-Württemberg, Ludwigsburg) widmet sich dem gesellschaftlich strak stigmatisierten Thema Pädophilie. Im Zentrum steht ein junger Mann, der nicht straffällig geworden ist und sich bewusst in Therapie begibt, um verantwortungsvoll mit seiner Disposition umzugehen. In einem reduzierten Setting – ausschließlich im Therapieraum – entsteht ein intensiver, authentischer Dialogprozess. Der Film macht deutlich, wie wichtig es ist, zwischen Disposition und Handlung zu unterscheiden, und zeigt, dass Prävention dort ansetzt, wo Betroffene nicht einfach ausgegrenzt werden, sondern adäquate Unterstützung finden.
ÜBER_GEWICHT. Ein experimenteller Kurzfilm über männliche Körperbilder von Leon Zorn
Der experimentelle Kurzfilm Über_Gewicht (FH Salzburg | MultiMediaArt) beleuchtet männliche Körperbilder und die oft verborgenen inneren Konflikte zwischen Scham, Selbstoptimierung und gesellschaftlichem Druck. In einer poetisch-visuellen Form erzählt der Film von Körperentfremdung und dem Versuch, einen versöhnlichen Umgang mit sich selbst zu finden – ein Themenfeld, über das viele Männer selten oder nur in geschützen Kontexten sprechen können.
Beide Projekte greifen schwierige, gesellschaftlich relevante Themen auf und machen zugleich Bewältigungsressourcen und positive Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar. Sie befinden sich aktuell in der Produktion und werden in den kommenden Monaten auf Festivals, im Kino sowie in Bildungs- und Diskussionsformaten zu sehen sein.
männer.bw unterstützt die Filme nicht nur finanziell, sondern auch durch Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit – als Beitrag zu einer differenzierten, offenen Auseinandersetzung mit Männlichkeiten jenseits stereotyper Zuschreibungen.