Studienreise: Nachhaltige Männlichkeit im Kontext sozial-ökologischer Transformation (Südtirol, 19. – 22. April 2026)

„Leben bereichern, Horizonte öffnen“ – das Erasmus+-Leitmotiv spiegelt die Erfahrungen auf dieser Studienreise, einer Kooperation zwischen vhs-Verband und männer.bw, sehr treffend wider. Zwölf Teilnehmende waren von Meran aus unterwegs – mit Stationen im Ultental, in Bozen und Brixen.

Im Zentrum stand die Frage, was nachhaltige Männlichkeit ausmacht und wie sie konkret gelebt werden kann. Der Austausch mit Akteur:innen der Männerarbeit sowie aus Bildung und Zivilgesellschaft eröffnete differenzierte Perspektiven und zeigte, wie eng ökologische, soziale und wirtschaftliche Fragen miteinander verwoben sind. Dabei geht es auch um Selbstreflexion, emotionale Kompetenz und die Übernahme von Verantwortung für die eigenen Wirkungen auf Mitmenschen und Umwelt.

Die Exkursionen und Praxisbeispiele vor Ort – von nachhaltiger Landwirtschaft über soziale Projekte und Genossenschaften bis hin zu innovativen Energielösungen – machten deutlich, wie Transformation konkret gestaltet werden kann. Themen wie Klimawandel und nachhaltiger Tourismus wurden ebenso verhandelt wie Fragen regionaler Wertschöpfung und Gemeinwohlorientierung. Immer wieder zeigte sich, wie wichtig lokale Netzwerke und aktive Beteiligung für tragfähige Ansätze sind.

Ein Besuch im Meraner Frauenmuseum ergänzte die fachlichen Einblicke um eine geschlechterhistorische Perspektive und setzte wichtige Impulse für die Reflexion von Rollenbildern, gesellschaftlichen Entwicklungen und ihren politisch-kulturellen Rahmenbedingungen.

In gemeinsamen Workshops wurden die vielfältigen Eindrücke gebündelt und auf die eigene Bildungsarbeit übertragen. Dabei entstanden sowohl praktische Anknüpfungspunkte als auch weiterführende Fragen für die Erwachsenenbildung. Die Studienreise hat damit Impulse gesetzt, die über die gemeinsamen Tage hinaus wirken können – fachlich, persönlich und für die Praxis vor Ort.

„Wir haben auf der Studienreise nicht nur Aspekte der Nachhaltigkeit, sondern auch diverse Anregungen für ein gemeinschaftliches Miteinander, den Stiftungs- und Genossenschaftsgedanken und ein tolles Präventionsprojekt kennengelernt. Die Zusammenstellung der Orte, die Begegnungen mit den Menschen und deren Projekten war klasse und haben für die Thematik immer wieder neue Aspekte aufgezeigt. Super, vielen Dank – dieses Seminar wirkt nachhaltig!“ (ein Teilnehmer)

männer.bw fördert zwei Filmprojekte mit jeweils 500 €

Mit Hemmungen und Über_Gewicht unterstützt männer.bw zwei Filmprojekte von Nachwuchs-Filmemachern, die sich differenziert mit oft tabuisierten Aspekten von Männlichkeit auseinandersetzen – und zugleich Wege der Reflexion, Verantwortung und Veränderung aufzeigen.

HEMMUNGEN. Ein Dokumentarfilm über Pädophilie von Lavi Siemens
Der dokumentarische Kurzfilm Hemmungen (Filmakademie Baden-Württemberg, Ludwigsburg) widmet sich dem gesellschaftlich strak stigmatisierten Thema Pädophilie. Im Zentrum steht ein junger Mann, der nicht straffällig geworden ist und sich bewusst in Therapie begibt, um verantwortungsvoll mit seiner Disposition umzugehen. In einem reduzierten Setting – ausschließlich im Therapieraum – entsteht ein intensiver, authentischer Dialogprozess. Der Film macht deutlich, wie wichtig es ist, zwischen Disposition und Handlung zu unterscheiden, und zeigt, dass Prävention dort ansetzt, wo Betroffene nicht einfach ausgegrenzt werden, sondern adäquate Unterstützung finden.

ÜBER_GEWICHT. Ein experimenteller Kurzfilm über männliche Körperbilder von Leon Zorn
Der experimentelle Kurzfilm Über_Gewicht  (FH Salzburg | MultiMediaArt) beleuchtet männliche Körperbilder und die oft verborgenen inneren Konflikte zwischen Scham, Selbstoptimierung und gesellschaftlichem Druck. In einer poetisch-visuellen Form erzählt der Film von Körperentfremdung und dem Versuch, einen versöhnlichen Umgang mit sich selbst zu finden – ein Themenfeld, über das viele Männer selten oder nur in geschützen Kontexten sprechen können.

Beide Projekte greifen schwierige, gesellschaftlich relevante Themen auf und machen zugleich Bewältigungsressourcen und positive Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar. Sie befinden sich aktuell in der Produktion und werden in den kommenden Monaten auf Festivals, im Kino sowie in Bildungs- und Diskussionsformaten zu sehen sein.

männer.bw unterstützt die Filme nicht nur finanziell, sondern auch durch Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit – als Beitrag zu einer differenzierten, offenen Auseinandersetzung mit Männlichkeiten jenseits stereotyper Zuschreibungen.

Abschluss des Onlinekurses „Prostitution – eine Arbeit wie jede andere?“

Die Abschlussauswertung des Onlinekurses „Prostitution – eine Arbeit wie jede andere?“ der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg fand am 13.04.2026 statt. Insgesamt hatten sich 17 Männer für den von Gunter Neubauer (männer.bw) und Karsten Kassner (Bundesforum Männer) begleiteten Kurs angemeldet. Im Mittelpunkt der Abschlussrunde standen die Reflexion persönlicher Eindrücke zum Thema Prostitution, die Erfahrungen im gemeinsamen Lern- und Diskussionsprozess sowie die Frage nach fachlichen und politischen Konsequenzen für Männerarbeit, Männerorganisationen und angrenzende Arbeitsfelder. Die Diskussionen machten deutlich, dass das Thema von starken Ambivalenzen, unterschiedlichen normativen Perspektiven und einem hohen Bedarf an weiterführendem Austausch geprägt ist.

Angesprochen wurde zunächst, dass Sexkauf und Sexverkauf als gesellschaftliches Phänomen gesehen werden müssen, in dessen Kontext v.a. die Rechte von Sexarbeiter:innen gestärkt werden sollten. Als gemeinsames Ziel wurde benannt, dass Männer keine Gewalt ausüben und sich respektvoll verhalten.

Der Austausch ausschließlich unter Männern wurde überwiegend als hilfreich erlebt, da er den Zugang zum Thema erleichterte. Gleichzeitig wurden sich wiederholende Kontroversen um ein Sexkaufverbot teilweise als ermüdend beschrieben. Angeregt wurde mehr persönliche bzw. Online-Präsenz, um besser in einen konstruktiven Austausch zu kommen und Positionen weiterzuentwickeln. Statt Maximalforderungen brauche es die Suche nach einem emanzipatorischen Konsens bzw. einem „Common ground“, etwa in der Orientierung auf ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben.

Kontrovers diskutiert wurde die Frage, wie Prostitution bzw. Sexarbeit zu bewerten ist. Einzelne Teilnehmende kritisierten eine zu einfache Reduktion auf „Sexarbeit als Folge des Patriarchats“ und wiesen darauf hin, dass Moralisierungen schwierig seien. Andere vertraten die Position, dass es im Rahmen der bestehenden Prostitution keine „freie“ Prostitution gebe und beschrieben diese als „Fickfleischindustrie“, in der v.a. Frauen zur Ware würden.

Mehrfach wurde der Wunsch nach einer ausgewogenen Darstellung der verschiedenen Regulationsmodelle und Positionen geäußert. Dabei wurde angeregt, unterschiedliche Perspektiven stärker gegenüberzustellen und den offenen Diskurs zu fördern. Zugleich wurde deutlich, dass eine dezidierte Positionierung für oder gegen das Nordische Modell nicht für alle Teilnehmenden einfach war. Demgegenüber stand der Wunsch nach einer stärkeren Trennung von Empirie, Werten und politischen Konsequenzen sowie nach einer „neutralen“ Darstellung unterschiedlicher Sichtweisen.

Die Diskussion machte zugleich deutlich, wie stark bereits die Begriffe „Prostitution“ und „Sexarbeit“ Ambivalenz und Polarisierung ausdrücken. Zugleich wurde gefragt, welchen praktischen oder politischen Nutzen diese Kontroversen haben und wie stattdessen Männer besser erreicht werden können – etwa Freier oder Jungen und junge Männer im Rahmen von Jungen- und Männerarbeit.

Als wichtige Themen wurden unter anderem Manosphere, Pornografie auf OnlyFans, die Loverboy-Methode, „Sugar Daddies“ sowie die Frage genannt, welche Auswirkungen solche Entwicklungen auf Beziehungen, Familienbilder und gesellschaftliche Vorstellungen haben. Ebenfalls angesprochen wurden Transpersonen sowie Männer in der Prostitution als vulnerable Gruppen.

Mehrfach wurde hervorgehoben, dass Datenlage und Wissen insgesamt begrenzt seien. Etwas offen blieb für manche der Blick darauf, wer die Frauen in der Prostitution sind, wer ihnen Ausstiegsmöglichkeiten organisiert und finanziert und wie das Spannungsverhältnis zwischen Menschenwürde und Freiheit von Sexarbeiter:innen zu bewerten ist. Abschließend stand die Frage im Raum, ob die Gesellschaft sich vielleicht wieder stärker in Richtung einer „prostitutiven Gesellschaft“ entwickelt.

„Der alte weiße Mann“ zwischen Klischee, Kritik und Selbstreflexion

Gesprächsabend im Tübinger machBar Café

Rund 30 Interessierte – darunter viele Männer der Generation „alter weißer Mann“, aber auch einige Frauen – kamen Ende März im machBar Café zusammen, um über ein Reizwort der Gegenwart zu diskutieren: den „alten weißen Mann“. Eingeladen hatten Axel Braig, Gunter Neubauer und Reinhard Winter.

Der Gesprächsabend bewegte sich bewusst jenseits einfacher Zuschreibungen. Nicht die Frage, ob „alte weiße Männer“ gut oder schlecht seien, stand im Mittelpunkt, sondern wie Männer mit gesellschaftlicher Verantwortung, Privilegien, Kritik und eigener Kränkung umgehen können – ohne in Abwehr oder Pauschalisierungen zu verfallen.

Den Einstieg gestaltete Gunter Neubauer mit einem pointierten Impuls unter dem Titel „Der alte weiße Mann – Figur, Fiktion, Verantwortung“. Dabei beschrieb er den „alten weißen Mann“ nicht als konkrete Person, sondern als gesellschaftliche Chiffre für historische Macht, kulturelle Normsetzung und männliche Dominanz. Kritik richte sich deshalb weniger gegen einzelne Männer als gegen eine lange Zeit selbstverständliche gesellschaftliche Struktur.

In den anschließenden Repliken von Reinhard Winter und Axel Braig sowie in der offenen Diskussion wurde deutlich, wie ambivalent viele Männer ihre eigene Position erleben. So bewegt sich auch Männerarbeit oft in einem Zwiespalt. Einerseits verstehen sich viele Männer als reflektiert, modern und offen – zugleich profitieren sie weiterhin von tradierten männlichen Privilegien. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass gesellschaftliche Wirklichkeit selten schwarz-weiß sei, sondern sich meist in Grauzonen bewege.

Trotz teilweise kontroverser Beiträge blieb die Atmosphäre bemerkenswert offen und kommunikativ – passend zum Format eines „Kneipengesprächs“. Diskutiert wurde unter anderem darüber, wann Strukturkritik zur pauschalen Abwertung von Personen wird, wie Männer Kränkung äußern können, ohne Kritik abzuwehren, und welche Formen von Männlichkeit jenseits von Dominanz denkbar sind.

Dabei kamen auch aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zur Sprache: digitale Gewalt, sexualisierte Deepfakes, #MeToo, Femizide oder die Debatten zur „Manosphere“. Mehrfach wurde betont, dass Gewalt, Machtmissbrauch und patriarchale Muster keine Randphänomene seien, sondern Fragen aufwerfen, die Männer insgesamt betreffen. Dabei richtete sich der Blick nicht nur auf ältere Generationen. In der Diskussion wurde ebenso deutlich: Problematisch sind auch junge Männer aller Couleur – quer durch Milieus, politische Lager und Lebensstile, und insbesondere dann, wenn autoritäre, antifeministische oder gewaltförmige Männlichkeitsbilder an Attraktivität gewinnen.

Gleichzeitig äußerten einige Teilnehmende Kritik daran, dass öffentliche Debatten über Männlichkeit häufig fast ausschließlich problemorientiert geführt würden und positive oder konstruktive Aspekte von Mannsein zu wenig Raum bekämen. Zugleich wurde vorsichtig die Frage gestellt, ob nicht auch feministische Debatten gelegentlich blinde Flecken entwickeln – etwa bei der Frage nach Privilegien und einem Leben auf Kosten anderer.

Als möglicher Umgang mit diesen Spannungen zeichnete sich im Verlauf des Abends keine einfache Lösung ab, wohl aber eine Haltung: die eigene Biografie und Verstrickung im Blick behalten, kritik- und veränderungsbereit bleiben und dennoch nicht in Selbstverachtung oder Trotz verfallen.

Neue Männlichkeiten leben: männer.bw im SWR-Beitrag zum Frauenstreik

männer.bw setzt sich für ein modernes Verständnis von Männlichkeiten und eine faire Verteilung gesellschaftlicher Aufgaben ein – und unterstützte deshalb auch den globalen Frauenstreik. Wie das konkret aussieht, zeigte unser Mitglied Terje Lange, Jugendhausleiter in Stuttgart, dem SWR. In seiner Arbeit mit Jugendlichen ermutigt er Jungen und junge Männer, über Gefühle zu sprechen, Rollenklischees zu hinterfragen und vielfältige Verantwortung im Alltag zu übernehmen. Sein Ziel: ein Männerbild, das mehr Möglichkeiten eröffnet – für Männer und für Frauen.

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/maenner-fuer-den-frauenstreik-100.html

https://www.swr.de/~embed/swraktuell/baden-wuerttemberg/maenner-fuer-den-frauenstreik-104.html

Ein gemeinsamer Dialog über Geschlechtergerechtigkeit

Über soziale Ungleichheiten, tradierte Rollenbilder und die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit

Von Thomas König, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Geschlechtergerechtigkeit bleibt eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Soziale Ungleichheiten, tradierte Rollenbilder und die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit prägen den Alltag vieler Menschen – und erschweren die freie Entfaltung aller Geschlechter. Umso wichtiger war es, gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln, bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen und konkrete Schritte in Richtung Gleichstellung ins Auge zu fassen.

„Das ist eine historische Veranstaltung“ so einer der 54 Teilnehmenden am Fachtag „Geschlechtergerechtigkeit gemeinsam gestalten – Strategien für eine Zukunft im Dialog“ am 9. Februar im Sitzungssaal des Rathauses in Stuttgart. Denn erstmalig seit über Gleichstellung und Chancengleichheit der Geschlechter debattiert wird, war es eine Initiative von Männern aus Baden-Württemberg, die zu dieser Fachveranstaltung führte, wie auch Heike Fiestas Cueto, Vorstandmitglied im Landesfrauenrat, in ihrem Statement anmerkte. Tatsächlich waren unter den Teilnehmenden mehr Frauen als Männer, auch vier Stadträtinnen aus Stuttgart nahmen teil. Simon Hameister von der Abteilung für Chancengleichheit der Stadt Stuttgart moderierte die Veranstaltung und führte durch den Tag.

Beatrice Olgun-Lichtenberg, stellvertretende Abteilungsleiterin des Amts für Chancengleichheit und der Koordinierungsstelle LSBTIQ+ der Stadt Stuttgart freute sich in ihrem Grußwort über die Möglichkeit mit diesem Fachtag Dialogräume zu öffnen. Ziel sei es, die Geschlechtergerechtigkeit nicht nur zu verhandeln, sondern sie auch lebbar zu machen. Sie betonte die Wertigkeit Jungen und Männer als Akteure für Gleichstellung und Chancengerechtigkeit zu gewinnen und dankte den Kooperationspartner:innen, dass sie diese Absicht in den Fokus nehmen. Neben männer-bw., dem Forum für Männer und Väter in Baden-Württemberg, waren dies die Stadt Stuttgart – Abteilung für Chancengleichheit, die Landeszentrale für politische Bildung und der Volkshochschulverband Baden-Württemberg. Die Akademie der Diözese war als Teil von männer-bw dabei und der Landesfrauenrat beteiligte sich ebenfalls.

Was ist mein Job als Mann?

„Geschlechtergerechtigkeit: Was ist mein Job als Mann?“, so der Titel des Vortrags von Thomas Altgeld, Vorsitzender des Bundesforums Männer, dem Interessenverband für Jungen, Männer und Väter. Er machte deutlich, dass zwar 86% der Männer deutliche Gleichstellungsdefizite sähen, gab allerdings auch zu bedenken, dass die Vielfalt unter den Männern groß sein und Unterschiede in den Einstellungen zwischen Männern manchmal größer seien als die zum anderen Geschlecht. Andererseits profitieren Männer in Geschlechterfragen weiterhin vom status quo, so dass hier wenig Veränderungswille zu erwarten sei. Letztendlich ginge es im Verhältnis der Geschlechter immer auch um Machtfragen und die ‚Männerproblemzonen‘ seien bekannt: die Carearbeit für die Kinder, die unterschiedlichen Teilzeitquoten, die vielen Formen häuslicher Gewalt und nicht zuletzt die Kosten, die manches männliches Verhalten für die Gesellschaft bedeuten.

Und doch bestünden hoffungsvolle Möglichkeiten, Männer als Verbündete und Akteure mit eigenen Gleichstellungsthemen zu sehen, denn Männer hätten durch das Thema viel zu gewinnen, etwa mehr Kontakt zu sich selbst und anderen. Der männerpädagogische Dreiklang nach Markus Theunert „Öffnen – begrenzen – unterstützen“ wäre dafür individuell und politisch hilfreich. Thomas Altgeld äußerte als Wünsche an die Gesellschaft mehr in Bildung zu investieren. Gerade das dreigliedrige Schulsystem sei nicht mehr zeitgemäß, auch wegen der negativen Folgen für die Jungen. Geschlechtergerechtigkeit hieße alle für dieses Ziel zu gewinnen. Männer sollten nicht Zuschauer oder Gegner sein, sondern Mitgestalter. Denn Gleichstellungsfragen seien immer auch Demokratiefragen.

Kümmern und Kämpfen

„Geschlechtergerechtigkeit: Kümmern und Kämpfen“, so hatte die, Journalistin und Autorin Anne Waak aus Berlin Ihren Vortrag benannt. Sie schloss Ihre Ausführungen an diejenigen von Thomas Altgeld an und wählte einen weniger strukturellen und mehr persönlichen Zugang zum Thema. Sie machte deutlich, dass die Übernahme von Care-Arbeit v.a. durch Frauen die Machtverhältnisse in unserer Gesellschaft spiegelte. Auch im Finanziellen: die Motherhood-Lifetime-Penalty beliefe sich immerhin auf 450.000 bis 470.000 Euro, das ist die Summe, die eine Mutter im Leben weniger verdiene als Männer. So hätten Väter oft die Möglichkeit sich der Verantwortung für Kinder zu entziehen, das Mutterideal ließe ein solches Gebaren hingegen nicht zu. „Wenn eine Ehe mit Kindern in die Brüche geht, stellt das fast immer die Frau schlechter. Ihr durchschnittliches Einkommen sinkt für meist etwa fünf Jahre um 40 Prozent“, zitierte sie aus Ihrem Buch „Wir nennen es Familie“.

Selbstständige seien hier häufig noch schlechter gestellt als abhängig Beschäftigte. Mutterschutzgesetz und das Familienpflege- und Pflegezeitgesetz gälten nicht für selbstständig Erwerbstätige und auch der Anspruch auf Elterngeld sei schwierig. So zahlten etwa gesetzlich Versicherte während des Bezugs von Elterngeld die vollen Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung. Die Unterhaltvorschüsse, die das Sozialamt für säumige Unterhaltspflichtige Väter pro Jahr aufwenden müsse, beliefen sich auf 3,2 Milliarden Euro. Dabei hätten Männer die Möglichkeiten durch eine solidarische Beziehungspraxis viel zur Geschlechtergerechtigkeit beizutragen: Für Care-Arbeit in Teilzeit arbeiten (aktuell würden mehr als 90% aller Väter in Vollzeit arbeiten), die Kinder zu Feministinnen erziehen, die auch Gefühle zulassen, Männerfreundschaften und Männermacht zum Guten nutzen. Waak appellierte, Männer müssten Männer auffordern ihre Privilegien so zu nutzen, dass sie allen zugutekämen.

Vom Mutterschaftsideal zum Vaterschaftsideal

Die Argumentationskette wurde im Dialog zwischen Thomas Altgeld und Anne Waak fortgesetzt: Warum nicht ein ganzes Jahr der Lebensarbeitszeit der Männer für Frau und Kind geben? Es könnte zu einem Vaterschaftsideal beitragen, das es bisher im Gegensatz zum Mutterschaftsideal nicht gäbe. Doch mit jedem Vater, der seiner Rollenverantwortung gerecht würde, wachse die Hoffnung im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit in der Care-Arbeit. Über diese individuellen Ansätze hinaus bräuchte es gleichermaßen strukturelle Veränderungen. Je mehr Männer in bestimmten Berufen arbeiten würden, desto höher fiele das durchschnittliche Gehalt dort aus. Auch dies wäre eine Chance für typische Care-Berufe. Das Verhältnis von Kapitalismus und Patriachat sei hier noch einmal neu zu diskutieren. Und was hätten Männer nun davon sich für Feminismus zu engagieren, verletzlich anstatt stark zu sein? Ein schöneres und längeres Leben!

Am Nachmittag gab es Statements zunächst von Heike Fiestas Cueto, Mitglied im Vorstand des Landesfrauenrates Baden-Württemberg. „Gleichberechtigung ist keine Frauensache, sondern geht uns alle an“, zitierte sie Rita Süssmuth. Denn das Ziel sei es ja, dass alle die gleichen Rechte, die gleichen Chancen und die gleiche Wertschätzung erhielten. Doch wie Verhalten verändern und wie Strukturen verändern? Das ginge nur durch Gesetze, die in Parlamenten beschlossen würden und da zeige es sich, wie wichtig eine paritätische Besetzung durch alle Geschlechter dortselbst sei. Das Kooperationsprojekt „Wie ein gemeinsam geht“ u.a. zusammen mit männer-bw mache Hoffnung auf eine Zukunft im Dialog. Die Kampagne, die auch auf social media stattfinden soll, arbeitete am Bewusstsein der Menschen, es ginge jedoch vor allem auch darum ins Tun zu kommen.

Männergewaltschutz, Vaterschaftsfreistellung und Männergesundheitsförderung

Gunter Neubauer, zweiter Vorsitzender von männer.bw, erläuterte wie sich der Verband für Männer und Väter in Baden-Württemberg für eine gleichstellungsorientierte Männer- und Väterpolitik einsetzt. Es gehe unter anderem darum, Gender-Care-Gap und Erwerbsarbeits-Gap zu vermindern, denn in der Praxis bedeute dieser etwa 300 Arbeitswochen weniger für Männer. Anlässlich der kommenden Landtagswahl habe männer-bw Wahlprüfsteine erarbeitet, zu Männergewaltschutz, Vaterschaftsfreistellung und Männergesundheitsförderung. Männerpolitik bewege sich dabei immer im Dreieck von Privilegien, Kosten von Männlichkeit und Vielfalt von Männlichkeit.

Im Anschluss begannen Fokusgespräche zu Teilaspekten des Tagungsthemas, die Teilnehmenden gingen zum Austausch in moderierte thematische Dialoggruppen: „Familie und Kinder“, im Hinblick auf wie Care-Arbeit rund um Kinderbetreuung verteilt wird, zu (Groß-) Elternschaft und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. – „Familie und Pflege“, zu den Themen der Sorgearbeit für pflegebedürftige Angehörige, zu förderlichen Rahmenbedingungen, sowie hinsichtlich politischer und gesellschaftlicher Anerkennung für Pflegearbeit. – „Care und Self-Care“, zum Umgang mit Mehrfachbelastungen, der Prävention von Überforderung, zu mentaler Gesundheit und wie sich Resilienz stärken lässt. – „Geschlechterrollen und Männer in der Gleichstellungsarbeit – praxisbezogen“, zur Auseinandersetzung mit tradierten Rollenbildern, zur Verantwortung von Männern für partnerschaftliche Gleichstellung und welche neuen Spielräume sich eröffnen können. – „Vielfalt von Männlichkeiten – queere Perspektiven und Solidarität in der Männer*arbeit“, zur Sichtbarkeit und Anerkennung von Vielfalt, zu Sensibilisierung und Solidarität, Schutz vor Ausgrenzung und Diskriminierung und zu inklusiver Gleichstellungspolitik. – „Gleichstellungspolitik und gesellschaftliche Strukturen – politische Forderungen“, zu Ungleichheit und Benachteiligung, den institutionellen Rahmenbedingungen und Machtverhältnissen, und welche politischen Strategien es gibt (u.a. die Gleichstellungsstrategie des Landes).

Neue Gleichstellungsstrategie für Baden-Württemberg

Daran anschließend wurde in einem Impuls die neue Gleichstellungsstrategie für Baden-Württemberg dann auch im Plenum noch einmal aufgegriffen. Die 155 Maßnahmen in sechs Handlungsfeldern geben Hoffnung für ein gemeinsames Auftreten in der Gleichstellungspolitik, sind jedoch nur der Anfang eines Prozesses. Wenn auch die Veränderungsgeschwindigkeit oft derjenigen tektonischer Plattenverschiebungen auf der Erdoberfläche gleicht, wie Anne Waak es am Vormittag schon formuliert hatte.

männer-bw. hatte sich bereits frühzeitig entschlossen, sich an diesem Prozess zu beteiligen und ihn konstruktiv zu begleiten, wie Gunter Neubauer erläuterte. Neben der Benennung von Themenfeldern werde die Strategie als Einladung zur Weiterentwicklung verstanden. Ziel sei eine inhaltliche Vertiefung. Dabei ginge es insbesondere darum, Männer und Väter ausdrücklich als Akteure und Zielgruppen von Gleichstellungspolitik zu adressieren und einbeziehen, Vaterschaft, Sorgearbeit und Vereinbarkeit stärker als Schlüsselthemen gesellschaftlicher Transformation zu verankern, geschlechtersensible Ansätze in Gesundheit, Bildung und Gewaltprävention weiter auszubauen, klare Zielsetzungen und Indikatoren zu entwickeln, um Wirkungen sichtbar zu machen, und zivilgesellschaftliche Akteure – auch aus der Männer- und Väterarbeit – kontinuierlich in Umsetzung und Weiterentwicklung einzubeziehen.

Komplexität als Chance

Im Zuge der Abschlussdiskussion gab es die Aufforderung, Komplexität im Themengebiet nicht nur als Problem, sondern gleichermaßen auch als Chance für Vielfalt begreifen und Geschlechterperspektiven zusammenzuführen. Und zu fragen: Was kosten all diese Probleme und was ließe sich sparen durch Investitionen in Bildung und Prävention. Und es wurde der Appell von Seiten der Frauen an die Männer formuliert: „Euch wird anders zugehört als uns!“

Vielfalt von Männlichkeiten – queere Perspektiven und Solidarität in der Männer*arbeit

Ergebnisse der Dialoggruppe beim Fachtag „Geschlechtergerechtigkeit gemeinsam gestalten“ am 9. Februar 2026 in Stuttgart. Moderation: Heiko Hauger

Die Dialoggruppe setzte sich mit der Frage auseinander, welche Bedeutung Vielfalt und queere Perspektiven für eine zeitgemäße Männer*arbeit und eine inklusive Gleichstellungspolitik haben. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass häufig noch ein implizites „Normalbild“ von Mann wirkt, das mit den Markern heterosexuell, cisgeschlechtlich und mehrheitsgesellschaftlich sozialisiert umschrieben werden kann. Dem wurde als leitende Perspektive entgegengestellt: Männlichkeiten gibt es nur im Plural. Unterschiedliche Lebensrealitäten, Identitäten und Erfahrungen prägen, was Männlichkeit bedeutet und wie sie gesellschaftlich wirksam wird.

Im Austausch wurde deutlich, dass Männer*arbeit und Gleichstellungsarbeit unterschiedliche, sich jedoch ergänzende Zugänge haben. Männerberatung arbeitet häufig biografisch und ressourcenorientiert, Gleichstellungsarbeit stärker strukturell und politisch. Gerade im Zusammenspiel individueller Reflexion und struktureller Veränderung liegt eine wichtige Chance für nachhaltige Gleichstellung aller Geschlechter.

Das männerpolitische Dreieck von Michael A. Messner, das Gunter Neubauer in seinem Statement vorgestellt hatte, wurde herangezogen. Das Dreieck macht sichtbar, dass Männer*arbeit stets drei Dimensionen zugleich berücksichtigen muss:

  • die Kosten traditioneller Männlichkeit für Männer selbst,
  • die strukturellen Privilegien und Machtpositionen von Männern,
  • die Unterschiede und Ungleichheiten unter Männern.

Insbesondere queere Perspektiven schärfen den Blick für diese dritte Dimension. Sie machen sichtbar, dass Männer* keine homogene Gruppe sind und dass sich Privilegien, Verletzbarkeiten und Diskriminierungserfahrungen überschneiden können. Die Diskussion machte deutlich, dass queere Perspektiven nicht polarisierend wirken möchten, sondern klärend. Sie helfen, stereotype Zuschreibungen zu öffnen und zeigen, wie ein konstruktiver Umgang mit gesellschaftlicher Komplexität gelingen kann: indem Ambivalenzen ausgehalten und unterschiedliche Lebensrealitäten ernst genommen werden.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Verwendung des Gendersterns in der Männer*arbeit, sichtbar im Titel der Dialoggruppe. Für einige Teilnehmende ist er ein wichtiges Zeichen der Öffnung und der Anerkennung vielfältiger Männlichkeiten. Andere äußerten die Sorge, dass er insbesondere Männer*, die sich bislang wenig mit Gleichstellungsthemen auseinandergesetzt haben, irritieren oder abschrecken könnte. Im Austausch wurde deutlich, dass Sprache eine Signalwirkung besitzt, jedoch nicht isoliert betrachtet werden kann. Entscheidend ist, ob Angebote tatsächlich inklusiv gestaltet sind und Vielfalt in Haltung und Praxis glaubwürdig verankert ist.

Zentral war die gemeinsame Einschätzung, dass vielfaltssensible Männerarbeit kein Spezialthema darstellt, sondern ein wesentlicher Bestandteil moderner Gleichstellungspolitik ist. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die Gleichstellungsstrategie des Landes Baden-Württemberg sowie den „Aktionsplan Queer“ (Aktionsplan für Akzeptanz und gleiche Rechte Baden-Württemberg), die beide auf Sichtbarkeit, Antidiskriminierung und strukturelle Teilhabe zielen. Diese Zielsetzungen lassen sich ohne eine reflektierte Auseinandersetzung mit Männlichkeitsnormen und ohne die aktive Einbindung von Männern* nicht wirksam umsetzen.

Fazit: Eine zukunftsfähige Gleichstellungspolitik in Baden-Württemberg braucht eine Männer*arbeit, die Vielfalt ausdrücklich anerkennt, Privilegien reflektiert und solidarisches Handeln stärkt. Queere Perspektiven erweitern Männer*arbeit nicht am Rand, sondern erhöhen ihre fachliche und politische Qualität. Sie sind ein zentraler Baustein für die Umsetzung der Gleichstellungsstrategie und des Aktionsplans Queer im Land. Vielfalt und queere Perspektiven stellen Männer*arbeit nicht grundsätzlich infrage, sondern führen sie zu ihrem Kern.

Die weiteren Dialoggruppen:

Familie und Kinder – Care-Arbeit, Elternschaft und politische Rahmenbedingungen
Moderation: Tilman Kugler

Familie und Pflege – Sorgearbeit für pflegebedürftige Angehörige, förderliche Rahmenbedingungen, politische und gesellschaftliche Anerkennung
Moderation: Thomas König

Care und Self-Care / Selbstfürsorge
Moderation: Kevin Koldewey

Geschlechterrollen und Männer in der Gleichstellungsarbeit
Moderation: Simon Hameister

Gleichstellungspolitik und gesellschaftliche Strukturen – politische Forderungen
Moderation: Gunter Neubauer

Fachtag „Geschlechtergerechtigkeit gemeinsam gestalten“ – Statement zur Gleichstellungsstrategie

Gleichstellung gemeinsam gestalten – auch Männer einbeziehen
Baden-Württemberg hat mit seiner neuen Gleichstellungsstrategie einen verbindenden Rahmen für Gleichstellungspolitik geschaffen. Wir begrüßen diesen Schritt ausdrücklich – und setzen uns dafür ein, dass Männer und Väter als aktive Akteure sichtbar werden. Von Vaterschaft und Sorgearbeit über Arbeit und Bildung bis hin zu Gesundheit und Gewaltprävention: Gleichstellung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die vielfältige Perspektiven braucht. Unser Ziel: Geschlechtergerechtigkeit gemeinsam weiterentwickeln – im Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.

Petition zum Gewalthilfegesetz

Das Bundesforum Männer weist in seinem aktuellen Newsletter BFM Intern 04/2025 auf eine kürzlich gestartete Petition zum Gewalthilfegesetz hin.
„Das Gewalthilfegesetz (GewHG) richtet sich derzeit an gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder. Der Väteraufbruch für Kinder e. V. (VAfK) hat gemeinsam mit weiteren Akteuren eine Petition gestartet, die fordert, den Geltungsbereich auf alle Kinder und alle Geschlechter auszuweiten, sodass Unterstützungsangebote unabhängig von Geschlecht oder familiärer Situation genutzt werden können.“
Zur Petition

Was ist das Problem?
Das aktuelle Gewalthilfegesetz definiert staatlichen Schutz als Schutz für „Frauen und ihre Kinder“. Dadurch werden viele Gewaltbetroffene ausgeschlossen: Kinder, die nicht bei ihren Müttern leben, sowie Männer, queere und nicht-binäre Personen. Diese Ungleichbehandlung verstößt gegen den Gleichheitssatz des Grundgesetzes und widerspricht auch der EU-Richtlinie 2024/1385, die einen geschlechtsneutralen Schutz aller Gewaltopfer verlangt.

Die politische Lage
Trotz erheblicher verfassungsrechtlicher Bedenken wurde das Gesetz im Januar 2025 verabschiedet und bislang nicht nachgebessert. Auch der Koalitionsvertrag 2025 enthält keine konkrete Aussage zur Reparatur. Ohne Bewegung von CDU/CSU und SPD gibt es derzeit keine parlamentarische Mehrheit für ein diskriminierungsfreies Gewalthilfegesetz.

Zielrichtung der Petition
Bereits ein Viertel aller Bundestagsabgeordneten kann eine abstrakte Normenkontrolle beim Bundesverfassungsgericht beantragen. Dieses könnte verbindlich klären, ob das Gewalthilfegesetz in seiner jetzigen Form mit dem Grundgesetz vereinbar ist, und gegebenenfalls eine Korrektur herbeiführen. Die Petition fordert die Abgeordneten des 21. deutschen Bundestags auf, diesen Schritt unverzüglich einzuleiten.

Die wichtigsten Argumente
1. Schutz für alle Betroffenen häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt gewährleisten – insbesondere bestehende Schutzlücken bei Kindern schließen
2. EU-Rechtskonformität herstellen und aufwändige Doppelreformen vermeiden
3. Vertrauen in den Rechtsstaat stärken und gesellschaftliche Spaltung verringern

Die Kernbotschaft
Gewalt kennt kein Geschlecht. Ein Rechtsstaat darf Menschen weder aufgrund ihres Geschlechts noch ihrer Familienkonstellation von Gewalthilfe ausschließen – und keine Opfer zweiter Klasse schaffen.

Väter gesucht! – Forschungsprojekt „Väter und Teenager“ lädt zur Teilnahme ein

Das Forschungsprojekt „Vaterschaft in Zeiten des Wandels“ sucht engagierte Väter, die bereit sind, über ihr Familienleben, ihre Erfahrungen und ihren Alltag mit jugendlichen Kindern zu sprechen. Ziel des Projekts ist es, ein vielfältiges und realistisches Bild davon zu gewinnen, wie Vaterschaft heute gelebt wird. Wie begleiten Väter ihre Teenager im Alltag und in gesellschaftlichen Fragen?

© mixetto – stock.adobe.com

Für Interviews besonders willkommen sind Väter aus folgenden Lebenssituationen:

  • Väter mit Migrationshintergrund
  • Väter in Patchwork-Konstellationen, getrennt lebende oder alleinerziehende Väter
  • Gleichgeschlechtlich liebende Väter
  • Väter queerer jugendlicher Kinder
  • Väter aus den neuen Bundesländern

Alle Interviews finden online statt – unkompliziert, flexibel und ortsunabhängig.

Wer Interesse hat oder jemanden kennt, der passen könnte, findet alle Informationen direkt auf der Projekthomepage:
https://elternundfamilien.de/vaeter-und-teenager/

Das Forschungsteam freut sich über jede Unterstützung!

Projektleitung: Prof. Dr. Johanna Possinger, EH Ludwigsburg
Kooperation: Deutsches Jugendinstitut München